Uganda - Auf eigene Faust
Quer durch Uganda – und das als Selbstfahrer! Auch für uns ist das eine neue und enorm spannende Kombination. Einige Veranstalter vor Ort haben uns davon abgeraten, da es zu schwierig sei und wir lieber einen Fahrer nehmen sollen.
Da wir uns auf dieser abenteuerlichen Reise aber ganz auf das Land und die Leute konzentrieren wollten, haben wir einen guten Wagen gemietet und uns trotzdem auf den Weg durch dieses unglaublich vielfältige Land gemacht.
Reiseroute
Tag 1 Entebbe
Wir fliegen mit der KLM von Zürich über Amsterdam nach Kigali und weiter nach Entebbe. Der kurze Flug nach Holland fühlt sich sehr eng an, kaum Beinfreiheit, kaum Raum zum Atmen. Doch der Weiterflug in der Economy Comfort Klasse bringt Erleichterung: mehr Platz, ruhigere Atmosphäre, guter Service. Trotz Vorurteilen unsererseits, ein sehr angenehmer Flug.
Wir landen eine halbe Stunde früher als geplant um 22.30 Uhr. Müde, aber zufrieden treten wir in die warme Nacht von Entebbe hinaus. Um Mitternacht sitzen wir im No. 5 Boutique Hotel, wo wir tatsächlich noch Samosas und Pommes frites bestellen können – heiss, knusprig, duftend. Ein kleines Festmahl zum Abschluss eines langen Reisetages, bevor Afrika sich langsam vor uns öffnet.
Tag 2 Lake Mburu
Gleich nach dem Zmorge übernehmen wir unseren Safariwagen, einen Land Cruiser HJ78 mit Aufstelldach, und fahren voller Vorfreude Richtung Lake Mburo. An der Fähre warten wir geduldig – eine ganze Stunde lang – bis klar wird, dass heute keine Überfahrt mehr stattfindet. Also nehmen wir den langen Weg über Kampala. Ein Hinweis aus Erfahrung: Immer auf der Autobahn bleiben. Die Nebenstrassen verlangen alles ab – Schlaglöcher, Staub, endloses Gerüttel und ein etwas kreativer Verkehr.
Um 17 Uhr erreichen wir müde unsere Lodge – und werden auf Anhieb belohnt: mit einem grosszügigen Zelt unter weitem Strohdach, einem überraschend geräumigen Bad, herzlichem Personal und hervorragendem Essen. Die Aussicht vom Pool und der Bar auf der Terrasse ist atemberaubend und lassen den anstrengenden Tag in einem einzigen Moment von Ruhe und Schönheit vergessen.
Tag 3 Lake Mburu
Wir erkunden den Lake Mburo Nationalpark. Dieser zählt nicht unbedingt zu den spektakulärsten Parks in Uganda. Die Mihingo Lodge, bietet einen tollen Pool und riesige Zimmer.
Er ist jedoch perfekt, um die Reise ruhig anzugehen – mit schönen Aussichten, einem See, an dem man picknicken kann, und viel Ruhe. Das wohl Spektakulärste hier sind die grossen Herden von Ankole-Rindern.
Deren gigantischen Hörner können eine Spannweite von über 2 Meter erreichen. Diese Rinder werden leider immer seltener, da die modern gezüchteten Rinder unkomplizierter und effektiver sind.
Tag 4 Lake Mutanda
Die Fahrt zum Lake Mutanda gestaltet sich etwas entspannter als der Teil aus Kampala hinaus; der Verkehr wird spürbar dünner. Trotzdem bleibt die Tagesetappe lang und die Zeitangaben von Google Maps sind eher optimistisch berechnet.
Die Zufahrt zur Lodge ist spektakulär: Ein rutschiger Pfad entlang eines steilen Hügels verlangt volle Konzentration. Der letzte Abschnitt hinunter auf Seehöhe ist so steil, dass wir im 1. Gang mit Untersetzung fahren müssen.
Die einfachen Holzhütten der Lodge bieten nur begrenzten Platz und der Boden ist etwas schief. Ab 2026 soll jedoch alles umfassend modernisiert werden und zeitgemässen Komfort bieten.
Die Lage jedoch ist – wie bei fast allen Unterkünften dieser Reise – ein Traum. Das auf einer Landzunge gelegene Restaurant eröffnet einen grandiosen Blick auf die Vulkanreihe und den direkt davor liegenden See – ein Platz, an dem man stundenlang auf der Veranda verweilen, staunen und geniessen möchte.
Lake Mutanda Resort
Tag 5 Lake Mutanda / Aktivität
Heute lassen wir es gemütlich angehen und starten mit einem ausgiebigen Frühstück – Traumausblick über den See inklusive. Unsere Freunde sind bereits seit Stunden unterwegs zu den Golden Monkeys. Da wir diese schon auf unserer Ruanda-Reise erleben durften, entscheiden wir uns für eine Bootsfahrt.
Anschliessend geniessen wir eine kurze, aber angenehm knackige Wanderung zurück zur Lodge. Zu den Höhepunkten zählen der Besuch einer Grundschule sowie der Blick über den See vor spektakulärer Kulisse, der uns etwas an den Vierwaldstättersee erinnert – die Vulkane einmal ausgenommen.
Tag 6 Bwindi NP
Nur rund 100 Kilometer liegen vor uns – eine kurze, aber intensive Etappe durch dichten Dschungel. Maps.me zeigt sich dabei wenig hilfreich und führt uns immer wieder auf die theoretisch kürzesten, aber praktisch unpassierbaren Wege. Also wechseln wir zur App Organic Maps, die uns ein Kunde empfohlen hat. Ein Glücksgriff: zuverlässig, offline und ideal für Ugandas Strassennetz.
Der letzte Abschnitt der Strecke ist grenzwertig. Es handelt sich um eine ehemalige Hauptstrasse, die heute fast nur noch von Motorrädern und Velos genutzt wird. Mit 4x4-Antrieb ist sie jedoch spektakulär und durchaus machbar; man sollte aber mindestens fünf Stunden für die Strecke einplanen. Trotz allem eine abwechslungsreiche, beeindruckende Fahrt.
Die brandneue Gorilla Forest Lodge empfängt uns anschliessend wie eine kleine Oase. Eine echte Fünf-Sterne-Unterkunft: grosszügige Zimmer, eine riesige Badewanne (Füllzeit: 40 Minuten) und ein wunderschönes Dschungelambiente. Für den nächsten Tag melden wir uns gleich für eine Partner-Massage an.
Gorilla Forest Lodge
Tag 7 Bwindi NP / Gorilla Trekking
Wir haben grosses Glück: perfektes Wetter, ein ausgezeichneter Guide und ein sehr intimes Gorilla-Erlebnis. Der Hin- und Rückweg ist zwar anstrengend, aber mit etwas Kondition machbar. Die wirkliche Herausforderung beginnt jedoch, als wir die Gorillas an einem extrem steilen Hang finden, der kaum Halt zum Stehen bietet. Beim Hochklettern komme ich definitiv an meine Grenzen und bin erleichtert, als wir nach rund 4.5 Stunden wieder beim Fahrzeug ankommen.
Zum Lunch treffen wir zwar etwas verspätet ein, können anschliessend jedoch wie geplant unsere Massage geniessen. Kaum zurück in der Lodge, öffnet der Himmel seine Schleusen. Es regnet in Strömen und die Wege verwandeln sich in kleine Flüsse. Wir werden in der Lodge aufs Feinste verwöhnt - ein perfekter Abschluss eines unvergesslichen Tages.
Tag 8 Queen Elisabeth NP
Die Etappe nach Ishasha ist kurz, sodass wir früh am South Gate des Ishasha Sektors vom Queen Elisabeth Nationalpark eintreffen. Spontan entscheiden wir uns, direkt durch den Park zur Lodge zu fahren – und nur wenige hundert Meter hinter dem Gate entdecken wir bereits die ersten Baumlöwen - was für ein fantastischer Auftakt.
Wir durchqueren den kleinen Südteil des Parks und erreichen unsere Lodge, wo uns der Eigentümer persönlich begrüsst. Die grossen Zelte sind einfach, aber sauber. Die Betten, wie so oft ohne Lattenrost, stattdessen mit einem Brett als Ersatz und sehr festen Matratzen ausgestattet, sind allerdings wenig komfortabel. Das Essen ist schlicht, aber vollkommen in Ordnung.
Am Abend unternehmen wir eine weitere Pirschfahrt und stossen auf riesige Büffelherden.
Abends beginnt es dann wieder wie aus Kübeln zu regnen.
Enjojo Lodge
Tag 9 Queen Elisabeth NP / Ishasha
Heute unternehmen wir zwei Game Drives in Eigenregie. Die Strecke führt stellenweise durch tiefen Sumpf – und tatsächlich bleiben wir einmal stecken. Nach etwa zehn Minuten gelingt es uns jedoch, das Fahrzeug wieder zu befreien.
Auch heute begegnen wir den Baumlöwen, diesmal sogar bei deutlich besserem Licht und ganz ohne andere Besucher – ein besonderes Highlight.
Der Park selbst präsentiert sich landschaftlich wunderschön. Da er jedoch relativ klein ist, reichen zwei Nächte vollkommen aus, um ihn in Ruhe zu erkunden.
Tag 10 Queen Elisabeth NP / Kazinga Channel
Wir durchqueren den Queen Elizabeth Nationalpark auf einer unspektakulären Piste. Von einer früheren Reise nach Uganda hatte ich diese Strecke attraktiver in Erinnerung. Erst am Kanal zwischen dem Lake Edward und dem Lake George öffnet sich die Landschaft und wir erreichen den nördlichen Teil des Parks. Hier finden wir jene Eindrücke wieder, die mir geblieben sind: eine weite Ebene mit Tausenden Sukkulenten und Buschwerk – ein beeindruckendes, fast surreal wirkendes Bild.
Dann taucht ein anderes Problem auf: Wir finden die Zufahrt zur Lodge nicht und erreichen ohne funktionierendes Telefon niemanden. Am Parkeingang erhalten wir schliesslich Hilfe und werden zu einem kleinen Hafen gelotst, von wo uns ein Boot zur Lodge bringt – eine Information, die wir gerne vorher gehabt hätten. Der erste Blick auf das Zelt Camp am Ufer des Kanals ist umwerfend. Im Wasser kühlt sich eine Büffelherde ab und lässt sich von uns kaum stören.
Ein Höhepunkt ist der Segeltörn auf dem Kazinga Channel – nicht mit einem gewöhnlichen Boot, sondern mit einer kenianischen Dhau, die mitsamt Kapitän importiert wurde und viel Erfahrung beim Steuern verlangt. Die Ruhe auf dem Wasser, das sanfte Dahingleiten und ein gutes Glas Weisswein schenken uns einen eindrücklichen Sundowner – ein Moment, der bleiben wird.
Honey Bear Bush Camp
Tag 11 Queen Elisabeth NP / Kazinga Channel
Die Nacht am Wasser war wunderbar. Geduscht wird mit einer Bucket Shower und die liebevoll eingerichteten Safarizelte sowie das traumhafte Aufenthaltszelt der Lodge sorgen umgehend für Wohlgefühl. Das junge Managerpaar verwöhnt uns herzlich und organisiert tolle Ausflüge.
Am Morgen brechen wir in einer kleinen Gruppe von nur sieben Personen zu den Schimpansen auf. Der Abstieg in die Schlucht des Kyambura Rivers ist sumpfig und dadurch etwas anspruchsvoll. Nach rund 45 Minuten entdecken wir mit etwas Glück eine Schimpansenfamilie und können unsere nächsten Verwandten fast 40 Minuten lang beobachten, bevor sie im Unterholz verschwinden.
Am Nachmittag setzt erneut starker Regen ein und wir verzichten auf einen längeren Ausflug. Zum Tagesabschluss werden wir dennoch mit einem wunderbaren Sundowner am Flussufer belohnt.
Tag 12 Kibale Forest
Bevor wir weiterfahren, geniessen wir noch das wohl schönste Buschfrühstück der ganzen Reise – hoch oben auf einem Kraterrand. Unter uns trinkt eine Büffelherde am Kratersee. Die Lodge-Crew betreibt für solche Ausflüge jeweils einen enormen Aufwand und so essen wir deutlich mehr, als uns eigentlich guttun würde.
Nachdem uns der Camp Manager mit dem Boot wieder zu unserem Safariwagen gebracht hat, geht die Reise weiter zum Kibale Forest, dem bekanntesten Gebiet für Schimpansen-Trekkings. Auch heute wählen wir „Abkürzungen“, um nicht nur auf den gepflegten Hauptverkehrswegen unterwegs zu sein – und diesmal hat sich die Entscheidung gelohnt. Wir fahren vorbei an sanften Hügeln, kleinen Dörfern und sind erneut überrascht, wie vielseitig, abwechslungsreich und grün Uganda ist.
Unsere nächste Unterkunft ist eine etwas grössere, preiswertere Lodge mitten im Dschungel. Riesige Zimmer mit einer grossen Terrasse erwarten uns – wunderbar. Im Haupthaus gibt es zudem einen offenen Aufenthaltsbereich im oberen Stock, von dem aus wir eine beeindruckende Vielfalt an Vögeln und Schmetterlingen beobachten können; so reichhaltig haben wir das selten erlebt.
Turaco Treetops Lodge
Tag 13 Kibale Forest / Schimpansentrekking
Heute freuen wir uns auf ein zweites Schimpansen-Trekking, doch der Ausflug im Kibale Forest wird zur Enttäuschung. Eigentlich dürften maximal acht Personen während einer Stunde bei den Tieren sein – zum Schutz der Schimpansen. Da sie während unserer Stunde jedoch hoch in den Bäumen bleiben und wir kaum gute Fotos schiessen können, wird die Regel von den Guides ignoriert. Am Ende verbringen wir fast drei Stunden bei den Tieren, zeitweise mit rund 30 Personen. Die Schimpansen wirken bedrängt und unsere Guide(in) ist sichtlich überrascht, als wir die Kamera einpacken und um Abbruch bitten.
Es bleibt die einzige wirklich unerfreuliche Erfahrung unserer Uganda-Reise. Wir empfehlen daher alternative Schimpansen-Aktivitäten – auch wenn dort kein Treffen garantiert ist.
Am Nachmittag unternehmen wir eine kurze Dschungelwanderung und besuchen einen Bananenbierbrauer sowie eine kleine Kaffeeplantage – ein angenehmer und versöhnlicher Tagesabschluss.
Ameisenstrasse
Tag 14 Semliki NP
Wir reisen weiter zum Lake Albert, den grössten der Seen. Unsere Lodge liegt im neu eröffneten Ostteil des Semliki-Parks, der erst seit kurzem offiziell als Nationalpark gilt. Die Unterkunft ist sehr angenehm: riesige, wenn auch etwas dunkle Zimmer. Der erste Ausflug am Abend verläuft ruhig, da der Park noch nicht allzu viele Wildtiere beherbergt. Doch auch hier werden wir mit einem wunderbaren Bush-Sundowner belohnt.
Tag 15 Semliki NP / Aktivitäten
Für uns sollte heute ein weiterer Höhepunkt anstehen: Am Morgen wollten wir – zur besten Zeit für eine Sichtung des Shoebill Bird – einen Bootsausflug auf dem Lake Albert unternehmen und am Nachmittag selbstständig in den Westteil des Semliki-Nationalparks fahren, um dort einen Dschungel Walk zu den heissen Quellen zu geniessen.
Doch es kam alles anders. Der Bootsanhänger blieb auf dem Weg zum See im tiefen Matsch stecken und auch das Abschleppfahrzeug erlitt dasselbe Schicksal. So starteten wir notgedrungen verspätet und machten uns zunächst auf den Weg zu den heissen Quellen. Bereits die Anreise dauerte fast anderthalb Stunden und führte über einen intensiven Allrad-Trail, der seit Jahren nur noch von Motorrädern befahren wird – grenzwertig, aber abenteuerlich. Der anschliessende Dschungel Walk entpuppte sich als einer der schönsten Ausflüge unserer Uganda-Reise: echter Dschungel, Geysire und offene Flächen mit heissen Quellen. Wir engagierten einen eigenen Guide, der sich als absoluter Glücksgriff erwies.
Am Abend konnten wir von der Lodge aus doch noch den Bootsausflug unternehmen. Unser Guide suchte mit grosser Hartnäckigkeit – und fand tatsächlich in letzter Minute noch einen Shoebill. Ein fantastisches Erlebnis, diesen archaisch wirkenden Vogel zu beobachten. Man merkte unserem Guide deutlich an, wie erleichtert er war, uns diese seltene Spezies zeigen zu können.
Tag 16 Murchison NP / Papa's Camp
Heute liegt die intensivste Etappe der Reise vor uns: über acht Stunden Fahrt Fahrt zu den Murchison Falls. Wir möchten eigentlich etwas Zeit herausholen, doch die zahlreichen Speed Bumps alle paar Kilometer machen dieses Vorhaben zunichte. Am Nachmittag setzt dann auch noch kräftiger Regen ein. Eine Flussdurchquerung kurz vor der Lodge hat sich inzwischen in einen reissenden Strom verwandelt – unmöglich, diesen zu passieren. Markus, der Manager, holt uns deshalb am Ufer ab und setzt uns per Boot über. Unseren Wagen lassen wir mitten im Busch zurück.
In der Lodge werden wir herzlich empfangen. Wir geniessen zuerst einmal die wunderbare Unterkunft, keine zehn Meter vom Nil entfernt und mit einer Stromschnelle direkt vor unserem Zelt.
Tag 17 Murchison NP / Aktivitäten
Die erste Nacht ist leider nicht wirklich erholsam – der Lärm des mächtigen Flusses ist gewaltig. Am Morgen unternehmen wir einen tollen Game Drive und beobachten junge Löwen, die spielerisch auf Bäume klettern, um danach ziemlich plump wieder herunter zu fallen. Die Tsetsefliegen in den Wäldern und Büschen, nahe des Nils, drehen nach den Regenfällen völlig durch und fallen in Scharen über uns her. Zum Glück haben wir gute Mittel gegen den Juckreiz dabei. Am Nachmittag besuchen wir die Baustelle der neuen 5-Sterne-Schwesterlodge. Sie entsteht an einer traumhaften Stelle und die grossen Zelte sind bewusst etwas zurückversetzt geplant, um nachts weniger vom Flusslärm betroffen zu sein.
Unsere Freunde versuchen sich anschliessend noch im Nilfischen – heute allerdings ohne Erfolg.
Abends dürfen wir mit unseren Gastgebern noch den Geburtstag von Markus mitfeiern. Es fühlt sich wie Familie an.
Tag 18 Murchison NP / Aktivitäten
Am Morgen unternehmen wir erneut einen Game Drive, gefolgt von einem herrlichen Bush-Zmorge mit Blick auf ganze Familien der eleganten Rothschild-Giraffen. Für einen Moment fühlen wir uns wie im Film Out of Africa.
Kaum zurück, möchten Markus und Steffi unseren zwei Mitreisenden doch noch ein besonderes Fischererlebnis ermöglichen. Nach rund drei Stunden kehren alle strahlend wie Maikäfer zurück und zeigen uns stolz die Fotos ihrer 6- und 8-Kilogramm-Nilbarsche, die sie aus dem Fluss gezogen haben. Leider haben unsere Freunde etwas zu viel Sonne abbekommen – beide sind krebsrot.
Tag 19 Kidepo Valley NP
Eigentlich hätten wir heute um die Mittagszeit mit einer kleinen Chartermaschine bis an die Grenze zum Südsudan fliegen sollen. Doch am Vorabend erhalten wir die Nachricht, dass unser Flieger defekt sei und wir stattdessen bereits um 09.30 Uhr einen Linienflug nehmen müssen. Damit fällt unser geplanter Ausflug zu den Nilfällen leider aus.
Der Abschied von unseren Freunden in der Lodge fällt schwer. Wir hatten hier drei unvergessliche Tage. Trotzdem sind wir froh, vom Lärm der Stromschnellen weg zu kommen.
Früh am Morgen werden wir zu unserem Safarifahrzeug gebracht und wir fahren selbstständig zum Flughafen. Dort geben wir unseren Wagen ab und werden von einer moderner 12-plätzigen Maschine abgeholt, welche uns, als einzige Passagiere, in den Kidepo Valley Nationalpark fliegt. Am kleinen Flughafen werden wir bereits erwartet und zur Lodge gefahren.
Apoka Safari Lodge
Tag 20/21 Kidepo Valley NP
Die Apoka Safari Lodge liegt mitten im Kidepo Valley auf einem Hügel mit traumhaften Ausblicken über die Steppe, umrahmt von einer eindrucksvollen Berglandschaft. So sieht eine Bilderbuchsteppe aus. Durch die Nähe zu Südsudan und Kenya wirkt die Landschaft völlig anders als alles, was wir bisher in Uganda erlebt haben.
Auf unseren Game Drives begegnen wir Tausenden Büffeln, vielen uns bislang unbekannten Vogelarten und verschiedenen Antilopen. Das absolute Highlight aber ist eine Leopardenfamilie: drei etwa acht Monate alte Jungtiere, zusammen mit ihrer Mutter – und sogar dem Vater. Ein aussergewöhnlicher Anblick, da sich Leopardenmännchen normalerweise von der Familie fernhalten. Für uns eine Première.
Am letzten Abend geniessen wir unseren Abschieds-Sundowner mitten in einer riesigen Büffelherde – das i-Tüpfelchen auf einer nahezu perfekten Reise.
Leopardenjunge beim Spielen
Tag 22 Entebbe
Wir freuen uns auf einen komfortablen Flug nach Entebbe und... es landet eine gut 40-50 Jahre alte Cesna. Ein winziger Sechsplätzer, der uns auf einem zweieinhalbstündigen Flug gehörig durchschüttelt. Wir sind froh, gesund auf dem modernen Flughafen von Entebbe zu landen und werden zu unserer Unterkunft gebracht. Dort essen wir zu Abend, gönnen uns eine Dusche und werden anschliessend zum Flughafen gebracht, von wo aus wir nach Mitternacht nach Amsterdam zurückfliegen.
Tag 23 Entebbe - Amsterdam - Zürich
Nach einem sensationellen Frühstück auf dem Flughafen Amsterdam, fliegen wir nach Zürich und verabschieden uns schweren Herzens von unseren Freunden.
Fazit
Wir kennen viele Destinationen in Afrika und lassen uns aufgrund unserer zahlreichen Reisen nur noch selten wirklich überraschen. Doch diese Reise war anders und zweifellos eine der eindrücklichsten, die wir in den letzten Jahren erleben durften.
Die Vielfalt war überwältigend: eine unglaubliche Tierwelt, unterschiedlichste Landschaften, herzliche Menschen und hervorragendes Essen. Die Fülle an neuen Eindrücken hat uns regelrecht erschlagen. Zudem waren wir selten so aktiv unterwegs. Unzählige Ausflüge, Wanderungen, 4x4-Trails, Bootsfahrten und Game Drives sorgten für ein intensives, aber rundum positives Reiseerlebnis.
Uganda ist jedoch kein Land, das wir uneingeschränkt für «Erst-Afrika-Besucher» empfehlen würden – und schon gar nicht für Selbstfahrer. Man benötigt einiges an Erfahrung, sonst können das Verkehrschaos in den Städten, die schnell wechselnden Strassenverhältnisse und die langen Etappen schnell überfordern und die Ferienfreude trüben. Uns hat das Chaos inspiriert.
Für unsere Kunden, welche einfach nur das Land und die Natur geniessen möchten, werden wir Uganda auch künftig hauptsächlich mit einem privaten Guide/Fahrer anbieten.
Für Reisende, die jedoch das echte, unverfälschte und manchmal unperfekte Afrika suchen – und für die das Selbstfahren ein wichtiger Teil der Reise ist – kann Uganda zu einer absoluten Herzensdestinationen werden.